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Entscheidungshilfe

Haus verkaufen ohne Makler: Was Privatverkäufer wirklich sparen – und was es kostet.

7 min LesezeitAktualisiert: August 2026

Wir werden regelmäßig gefragt, ob sich ein Privatverkauf lohnt – und antworten ehrlich: manchmal ja. Wenn Sie den Käufer bereits kennen, das Objekt einfach strukturiert ist und Sie Zeit haben, brauchen Sie keinen Makler.

In allen anderen Fällen entscheidet nicht die Provision über Ihr Nettoergebnis, sondern der erzielte Preis und die Sicherheit im Vertrag.

Was beim Privatverkauf auf Sie zukommt

Unterlagenbeschaffung (Grundbuch, Flurkarte, Baugenehmigung, Wohnflächenberechnung, Energieausweis), Preisfindung, Fotos, Exposé, Portalanzeigen, Anfragen-Management, Besichtigungen, Bonitätsprüfung, Preisverhandlung, Notarkoordination, Übergabeprotokoll.

Realistischer Zeitaufwand: 40 bis 80 Stunden, verteilt über drei bis sechs Monate, überwiegend abends und am Wochenende.

Die drei teuren Fehler von Privatverkäufern

1. Preis nach Portal-Angeboten statt nach realisierten Verkäufen – Angebotspreise liegen in gefragten Lagen 8–15 % über den tatsächlichen Abschlüssen, ein zu hoher Startpreis brennt die Anzeige in acht Wochen ab.

2. Keine Bonitätsprüfung – ein geplatzter Notartermin kostet Wochen und macht das Objekt am Markt „gebraucht".

3. Angaben ins Blaue – falsche Wohnflächen oder verschwiegene Mängel führen zu Nachforderungen und im schlimmsten Fall zur Rückabwicklung. Die Haftung trifft ausschließlich Sie.

Wann Privatverkauf sinnvoll ist

Sie verkaufen an Familie, Nachbarn oder einen bekannten Investor zu einem bereits verhandelten Preis. Oder Sie sind selbst vom Fach, haben Zeit und Nerven und wollen den Prozess bewusst steuern.

Auch dann empfehlen wir mindestens eine unabhängige Wertermittlung – damit Sie wissen, ob der verhandelte Preis marktgerecht ist.

Was ein Makler messbar beiträgt

Zugriff auf vorgemerkte, finanzierungsgeprüfte Käufer, professionelle Aufbereitung mit deutlich höherer Klickrate, Verhandlungsführung mit Distanz zum Objekt und rechtssichere Dokumentation der Angaben.

Bei Einfamilienhäusern, die an eine Privatperson verkauft werden, wird die Provision seit Dezember 2020 gesetzlich geteilt (§§ 656c, 656d BGB) – der Verkäuferanteil ist damit oft nur die Hälfte dessen, was viele noch im Kopf haben.

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Häufige Fragen

Wie viel Geld spare ich, wenn ich mein Haus ohne Makler verkaufe?+

Sie sparen Ihren Anteil der Provision. Studien und unsere eigene Markterfahrung zeigen aber, dass Privatverkäufe im Durchschnitt 6–11 % unter dem erzielbaren Marktpreis abgeschlossen werden – das übersteigt die Ersparnis in der Regel deutlich.

Welche Unterlagen brauche ich für den Privatverkauf?+

Mindestens Grundbuchauszug, Flurkarte, Wohnflächenberechnung, Grundrisse, Baugenehmigung/Bauakte, Energieausweis, Nachweise über Modernisierungen sowie bei vermieteten Objekten die Mietverträge.

Kann ich zuerst privat verkaufen und später einen Makler einschalten?+

Ja, das ist üblich. Wichtig: Je länger ein Objekt bereits inseriert war, desto vorsichtiger reagiert der Markt. Nach drei Monaten ohne Erfolg sollte spätestens die Preisstrategie überprüft werden.

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